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[Mainboard] Gigabyte GA-MA78GPM-DS2H Drucken

Getestet von: Kasima

Im Prinzip als Nachtrag zu @Ostrich's exzellentem Beitrag zum Vorgänger GA-MA78GM-S2H wollte ich mal anmerken, dass ich mir das GA-MA78GPM-DS2H besorgt und am Montag Abend eingebaut habe. 

Ich kann jedem nur empfehlen, sich den Beitrag mal in Ruhe vollständig durchzulesen, denn wegen der engen Verwandschaft der Boards gilt viel von dem dort gesagten auch für dieses Mainboard und hilft sicher vielen Leuten, eventuelle Probleme von vorneherein zu vermeiden.

Der Hauptgrund für meinen Kauf war, dass mir mein altes Coolermaster CAV-02-Gahäuse auf den Geist ging, weil es einfach nicht leise zu bekommen ist und meins seit ein paar Wochen Probleme mit einem Bauteil auf der kleinen Platine hinter dem Einschalter hatte, die dazu führten, dass die Kiste sich bei jedem zehnten oder zwanzigsten Einschalten mit einem sirrenden Geräusch von ebendieser Platine komplett abschaltete und nur mit "Stecker-raus-Stecker-rein" wieder einschalten ließ. Das kurze Sirren beim Einschalten hatte schon vor ein paar Monaten angefangen, aber wenn er nicht mehr rauffährt ist ein HTPC einfach unbrauchbar, und das allein wegen des Gehäuses. Drecksding. Und ich hatte bei dem Teil überhaupt keine Lust, diesen dämlichen Fehler zu suchen und zu beheben. 

Also musste ein neues Gehäuse her, und da mir das Antec Fusion zwar sehr gut gefällt, ich aber erstens das iMon-VFD-Display nicht brauche, ich zweitens einen Cardreader einbauen wollte und im Fusion kein externer Slot mehr frei ist und weil drittens meine Familienkasse nach dem Urlaub nicht sonderlich bestückt war, habe ich mir die Billigversion Antec NSK2480 besorgt. Die hat zwar nur eine Plastikfront, aber das Innenleben ist mit dem Fusion identisch und das Netzteil hat 50 Watt weniger, was mir sogar ganz recht ist.

Zurück zum Thema: Da im alten Gehäuse bisher ein ATX-Mainboard (GA-M55Plus-S3G) steckte, in das Antec aber nur μATX passt, musste gleich noch ein neues Board her. Nicht schlimm, denn weil ich für den anstehenden PC für meinen Sohnemann sowieso kurzfristig ein Board brauche, bekommt der eben das alte aus dem Mediacenter. Da ich letztens mit den Tipps aus Ostrich's Beitrag das MA78GM-S2H mit einem Freund völlig problemlos in dessen erstem Mediacenter verbaut habe und der immer noch völlig happy damit ist, habe ich mich für das neuere MA78GPM-DS2H entschieden, und zwar hauptsächlich wegen der hochwertigeren Kondensatoren und wegen des größeren NB-Kühlkörpers.

Der Sideport-Memory und die Dolby-Zertifizierung waren mir egal, aber zumindest mit dem Ersten habe ich auch ein wenig herumgespielt, dazu später mehr.

Äußerlich hat sich zwischen den beiden Boards nur wenig getan, allerdings ist der Northbridge-Kühler im Vergleich zur Rev. 1.0 des alten Boards deutlich gewachsen - das kann ja nicht schaden. Auf den Bildern sieht man es gar nicht so sehr, denn er ist vor allem in der Höhe gewachsen und daher massiver als der alte. Die 1.1er-Version des MA78GM-S2H, die es angeblich gibt und die wohl auch größere Kühlkörper hat, habe ich persönlich noch nie gesehen. Beim zweiten Blick fallen auch die geänderten Kondensatoren und Spannungsregler sowie die winzigen Speicherchips für die 128 MB Sideport-Memory neben der Northbridge auf. Sonst hat sich praktisch nichts geändert.

Vergleich (links alt, rechts neu - Bilder verlinkt von schottenland.de. Das Board ist nicht gewachsen, die Bilder sind nur nicht gleich groß...):

Zuerst mal: auch bei diesem Board gab es beim Einbau keinerlei Probleme: neues Board ins neue Gehäuse, dann CPU, RAM und Laufwerke aus dem alten Rechner raus, eingebaut, fertig. Da mein altes Board einen Nvidia-Chipsatz hat, wollte ich eigentlich gleich Vista auf der Systempartition neu installieren, habe mir dann aber gedacht: Mach doch mal den Härtetest. Also Rechner einschalten, BIOS-Einstellungen auf Vordermann bringen (S3 an, SATA auf IDE-Modus, ein paar Kleinigkeiten) und dann mal sehen. Wenn's schief geht, wird Vista eben neu installiert.

Unerwarteterweise startete Vista aber sofort durch, installierte nach der Anmeldung im VGA-Modus praktisch die gesamten Treiber neu, der Rest wurde von mir nachgereicht bzw. entfernt und zwei oder drei Neustarts später lief das Ding wieder. Im Mediacenter waren allerdings die Tuner nicht mehr konfiguriert (kein Wunder, es sind ja jetzt andere logische Geräte als vorher), also musste ich die TV-Konfiguration wiederholen, EPGs zuordnen, die Sender mal wieder neu sortieren und die geplanten Aufnahmen sicherheitshalber alle nochmal neu planen. Außerdem hatte die Onboard-Grafik wieder den bekannten ATI-Wischeffekt, also habe ich ich den "TRDenoise=0"-Eintrag für die Onboard-Grafik noch in die Registry eingetragen und das war's im Wesentlichen.

Da das Gehäuse noch offen war, habe ich aus reiner Neugier mal die vorhandene ATI HD3450 PCIe-Karte dazugesteckt, weil ich sehen wollte, wie das mit dem Hybrid-Crossfire geht. Erst mal wurde es aber neben den beiden TV-Karten in den PCI-Slots SEHR eng, weil meine passive ASUS-Grafikkarte der Rückseite der Hauppauge-Platine bedrohlich nahe kommt und ein Lötpunkt des Hauppauge-Tuners den Kühlkörper der Karte nur um sprichwörtliche Haaresbreite nicht berührt. Ich habe das, weil es ja sowieso nur ein Test sein sollte, jetzt erst mal mit einem kleinen selbstklebenden Stück unbrennbarer Gehäuse-Dämmmatte gelöst, das jetzt erst mal auch bei Vibrationen einen Kurzschluss verhindern sollte. Das sollte aber auf keinen Fall dauerhaft so bleiben, das kann nicht gesund sein...

Außerdem musste ich nochmal ins BIOS und dort ein paar Einstellungen zur Onboard-Grafik gemäß Handbuch ändern, daraufhin tauchte im CCC unter Vista nach einem obligatorischen Neustart tatsächlich der Eintrag "Crossfire" auf und ließ sich auch sofort aktivieren. Das funktioniert offenbar und das probehalber gestartete "Pro Evolution Soccer 6" (bei weitem das aufwendigste Spiel, das auf dem Rechner installiert ist) macht einen etwas flüssigeren Eindruck als zuvor. Das kann aber auch Einbildung sein, denn es war auch nur mit der HD3450-Karte auf dem alten Board vollkommen spielbar. 

Sorry, ich bin nun mal kein Benchmarker und habe bisher noch nicht mal den Vista-Leistungsindex aktualisieren lassen. Das mache ich aber noch und reiche das Ergebnis nach.

Im Moment steckt die Karte auch noch drin, weil ich mal sehen wollte, wie sich das auf die Zuverlässigkeit auswirkt (und weil meine Frau ihre Sendungen sehen wollte und ich die Kiste deshalb bislang nicht noch mal aufschrauben dürfte). Aber da der Rechner ein fast reines Mediacenter ist und meine Kinder nur hin- und wieder mal ältere Spiele darauf spielen, werde ich sie bei Gelegenheit wieder ausbauen, denn eigentlich verbraucht sie nur Strom, heizt und behindert den Luftfluss im Gehäuse. Letztlich machen ein paar Frames mehr den Kohl nicht fett, denn es wird trotz HybridCrossfire niemals ein spieletauglicher PC daraus.

Was allerdings schön an der Lösung ist: durch die zusätzliche Karte kann man das Bild jetzt auch per S-Video ausgeben, was ich auch gleich mal erfolgreich getestet habe. Und in Büros und für Präsentationszwecke ist das eine unglaublich preiswerte Multi-Monitor-Lösung im Vergleich zu denen von Matrox. Wer S-Vdeo dauerhaft nutzen will sollte sich aber wohl lieber gleich ein anderes Board aussuchen.

Wie schon an anderen Stellen vermutet, geht der vollwertige Sound über HDMI 1.3 offenbar mangels Bandbreite weiterhin nicht, was mich aber nicht weiter stört, da ich den SPDIF-Anschluss nutze. An dem höre ich die erfolgte Dolby-Zertifizierung übrigens nicht raus...  

Auf meinem HD-Ready Samsung ist jedenfalls das Bild unverändert, obwohl ich von DVI auf HDMI gewechselt habe und die Ausgabe von MPEG4- und H.264-Dateien in 720p und 1080i von der Festplatte klappt ruckelfrei, aber mit spürbarer Last. Vielleicht kaufe ich mir ja doch eines Tages noch mal ein BD-Laufwerk, vielleicht aber auch nicht. Eventuell liegt's an meinem fortgeschrittenen Alter, aber ich komme mit der Bildqualität von DVDs eigentlich immer noch gut klar, wenn der Sound wenigstens stimmt.

Seit der Nacht auf Dienstag ist das umgebaute Teil jetzt auf jeden Fall wieder im "Produktivbetrieb" und läuft bisher zuverlässig. Es wacht brav für die Aufnahmen und die EPG-Aktualisierung auf und legt sich auch wieder schlafen, selbst mit dem aktiven Hybrid-Crossfire-Modus (das wollte ich vor allen Dingen erst mal sehen, bevor ich es glaube). Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass nicht mal Vista neu installiert wurde und die Installation noch von einem Nforce-Board stammt. Ebenfalls erstaunlich finde ich, dass Vista bisher trotz Boardwechsel nicht neu aktiviert werden wollte - aber vielleicht hat es das ja schon selbst ungefragt gemacht.

Fazit: Ich bin zufrieden, weil ich eigentlich nur ein anderes Gehäuse wollte. Und das habe ich bekommen, ohne dass ich bisher etwas an Funktionalität oder Stabilität verloren habe. Außerdem ist mir zumindest bisher die Komplettinstallation mit allem dazugehörigen Feintuning erspart geblieben, so dass die ganze Aktion einschließlich Umbau und Wohnzimmer aufräumen im Wesentlichen nach etwas mehr als drei Stunden gegessen war, wenn man mal von den zusätzlichen Hybrid-Crossfire Versuchen absieht. Und davon ging beinahe eine Stunde ja schon bei der TV-Einrichtung mit Sendersuchlauf, und Kanalsortierung drauf.

Das Board ist sicher nichts für die High-Ender unter uns und auch nichts für Zocker. Für meine bescheidenen HTPC-Ansprüche reicht es aber auf jeden Fall aus. Wie der Vorgänger ist es für diese Zwecke verdammt gut ausgestattet und ob man für die besseren Kondensatoren und den größeren, aber immer noch höllisch heißen Kühlkörper die rund 17 EUR Aufpreis bezahlen möchte, muss jeder für sich selbst entscheiden. Was die Langzeitstabilität angeht, wird sich erst noch zeigen müssen - aber bisher kann ich noch nicht klagen.

Ob der Sideport-Memory etwas bringt, kann ich mangels direktem Vergleich nicht sagen. Aber rein subjektiv macht er aus einem Fiat Punto keinen Porsche. Und Hybrid-Crossfire ist ja vielleicht eine nette Idee, aber mehr auch nicht. Letztlich hat man ein Board mit integrierter Grafik und selbst wenn sie schneller ist als alle anderen am Markt, ersetzt sie in der 3D-Leistung niemals eine preiswerte Mittelklasse-Grafikkarte. Aber immerhin läuft die Aero-Grafik unter Vista, der Prozessor wird beim Videodecoding massiv entlastet und für ein Gelegenheitsspielchen mit geringem Anspruch reicht es. Und das ist in dieser Liga ja auch schon was, das konnte das Vorgängerboard aber auch schon.

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