Microsoft greift an
Der Softwareriese drängt in den Markt für Computergrafik und Virtual Reality
Gespräch mit Peter Welchering
Von Montag bis Donnerstag traf sich alles, was Rang und Namen hat in der Computergrafik-Szene, in Los Angeles. Auf der Kultveranstaltung Siggraph 2004 entdeckten Hollywoods Filmindustrie und die Computerhersteller das Streaming wieder. Vor allen Dingen Microsoft kündigte an, die eigene Computergrafik-Forschung ab Oktober massiv auszubauen. Über 500 Millionen Dollar zusätzliche Mittel will Microsoft-Chef Steve Ballmer dafür noch in diesem Jahr bereit stellen.
DLF: Was ist denn da genau geplant, Peter Welchering.
Welchering: Microsoft fährt dort offensichtlich eine Doppelstrategie. Zum einen will Steve Ballmer ganz massiv auf die weitere Standardisierung bei den dreidimensionalen Grafikanwendungen Einfluss nehmen. Das geht bei der Grafiksoftware los, mit der Animationen und sogar ganze Filme gemacht werden. Und das soll sogar bis hin zur Verteilung, zur Distribution, von Filmen und Videos via Internet, Wireless LAN oder TV-Kabel gehen. Zum anderen hat Microsoft noch nie so stark um die Filmemacher geworben, wie auf dieser Siggraph-Konferenz. Und zwar nicht um die Filmemacher als Anwender von Microsoft-Software, sondern um die Filmemacher als Autoren. Steve Ballmer will Microsoft auch zu einem nennenswerten Inhalteanbieter ausbauen. Und deshalb waren auf der Siggraph in Los Angeles die beiden ersten Konferenztage nicht nur in der Hand der Filmemacher, sondern auch in der Hand von Microsoft. Viele Seminare zur Programmierung von Virtual-Reality-Anwendungen und zum Ausbau der Programmbibliothek für den Open Source Szenegraph, mit der ganze Landschaften sich auf Knopfdruck abrufen lassen, standen im Mittelpunkt der Microsoft-Veranstaltungen, auf denen eben Filmemacher, Ingenieure aus den Universal Studios und Techniker von den vielen kleinen Filmzulieferanten am Sunset Boulevard in Los Angeles zu finden waren.
DLF: Den Programmierstandard Open Source Szenegraph hat Microsoft ja lange Zeit bekämpft. Auf dieser Siggraph nun hat gerade Microsoft die Integration der OpenSG-Programmbibliothek in den 3D-Web-Standard betrieben. Was steckt hier dahinter?
Welchering: Die Einbindung von OpenSG in die Nachfolgeversion der Virtual Reality Modeling Lanugage, kurz VRML, hat weniger Microsoft als Unternehmen, sondern vielmehr Kurt Akeley gefordert und betrieben. Kurt Akeley, einer der Mitbergünder von Silicon Graphics, und wirklich ein Grafik-Papst, muss man sagen, Kurt Akeley, der wechselt in die Microsoft-Forschungsabteilung für Computergrafik. Und Akeley war es, der auf dieser Siggraph den Durchbruch geschafft, OpenSG in den VRML-Nachfolger extensible 3 D, kurz X3D zu integrieren. Der X3D-Standard ist auf der Siggraph endlich nach jahrelangem Tauziehen verabschiedet worden. Im Oktober werden die Spezifikationen alle veröffentlicht. Und dann werden Virtuelle Realitäten, Animationen, dreidimensionale Web-Grafiken oder auch, Web-Videos nach dem X3D-Standard laufen. Und daran hat natürlich Microsoft ein großes Interesse. Denn die Grafik-Software von Microsoft wird ab Oktober auch X3D können. Und da ist ein regelrechter Durchbruch, wenn mit den Grafik-Programmen von Microsoft nicht nur gemäß der Beschreibungssprache X3D Animationen oder VR-Anwendungen erstellt werden können, sondern wenn die sich auch noch der OpenSG-Programmbibliothek bedienen können und Gebäude oder Landschaften für die virtuelle Realität eben massenweise aus der Programmbibliothek zuladen können.
DLF: Hat Microsoft da von Open Source profitieren können?
Welchering: Zweifelsohne, denn ohne die Open Source Scenegraph Programmbibliothek wäre der X3D-Standard mitsamt den darauf aufbauenden Microsoft-Programmen nicht einmal die Hälfte wert. Und noch in einem zweiten Bereich kann Microsoft von Open Source profitieren, nämlich bei der Distribution, beim Senden von Animationen oder VR-Videos. Da will Steve Ballmer Streaming-Anwendungen, die teilweise unter Open-Source-Lizenz entwickelt wurden in die Microsoft einbauen. Sinn macht das Ganze vor allen Dingen beim Streamen via Wireless LAN, denn Microsoft plant Video-Streaming als eines der Kernelemente für das hauseigene Media-Centre, dessen komplette Konzeption ja erstmals auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas im Januar dieses Jahres vorgestellt wurde. Und da hat Microsoft auch versprochen, dass Videos demnächst vom Media Center an Empfangsgeräte im ganzen Haus via Wireless LAN gesendet werden können. Eine Anwendung dafür hat Bruce Sanguinetti am Montag auf der Siggraph gezeigt. Und das Interesse von Microsoft an der Streaming-Anwendung von Bruce Sanguinetti war riesengroß. Ganz konkret hat Bruce Sanguinetti recht anspruchsvolle VR-Animationen in einem kleinen Konferenzraum im Convention Center von Los Angeles spielen lassen Aber:
Bruce Sanguinetti: Dreißig Meter entfernt stand der Video Server in Raum Nummer 1. Von dort wurde durch Raum Nummer 2 in Raum Nummer 3 Video gestreamt. In Raum Nummer 3 hatten wir ein hochauflösendes TV-Gerät und wir hatten eine Streaming-Anwendung auf einem Laptop laufen.
DLF: Wie viele Empfangsgeräte können so im Haus vom Media Center aus mit Videos versorgt werden?
Welchering: Beliebig viele. Und das war bisher ja auch immer ein Problem. Die Bandbreite wird gemäß den Anforderungen durch die Empfängergeräte zugeteilt.
Bruce Sanguinetti: Jeder Empfänger kann Priorität beanspruchen und mit der Datenübertragung anfangen. Das ist eigentlich nicht optimal für das Streamen von Videos, aber wir haben diese Übertragungsart gewählt, weil wir damit Bandbreite für jeden Empfänger haben können.
DLF: Wie schätzt der neue Gafik-Chef von Mirosoft, Kurt Akeley, diese Entwicklung ein?
Welchering: Geadezu euphorisch. Denn Microsoft hätte dann die gesamte Strecke von der Erstellung von Videos mit 3D-Werkzegeugen und Animationssoftware von Microsoft über die Verteilung via Internet bis hin zur Distribution durch das hauseigene Media Center abgedeckt. Microsoft versucht sich also als neuer Monopolist in der Grafikszene. Und das hat natürlich auch auf der Siggraph Proteste herausgefordert. Inventer und Performer sind von der Grafik-Programmierern nicht vergessen.
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Microsoft führt aktuelle xpMCE ExtenderLösung vor!
Erstellt von
usa
, Aug 17 2004 19:00
#2
Geschrieben 17 August 2004 - 22:56
habe ich da "unenedlich viele" gelesen?
war da mal nicht die rede von max. 5 extender clients pro mce die rede???
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#3
Geschrieben 18 August 2004 - 05:46
pleibling sagte am 17.08.2004, 23:56:
habe ich da "unenedlich viele" gelesen?
war da mal nicht die rede von max. 5 extender clients pro mce die rede???
war da mal nicht die rede von max. 5 extender clients pro mce die rede???
Aber ich denke es werden dann wohl mal 5 bleiben - soll ja auch noch was vernünftiges ankommen
#4
Geschrieben 18 August 2004 - 07:41
außerdem könnte in M$-sprache "unendlich" auch "5" bedeuten
genau so, wie windows xp "nie mehr" abstürzt. der ie "keine" fehler mehr hat, .....
alles eine frage der auslegung
scendix
genau so, wie windows xp "nie mehr" abstürzt. der ie "keine" fehler mehr hat, .....
alles eine frage der auslegung
scendix
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