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xpMCE und Ihre Hersteller

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Editorial aus c't 25/2005


We try to entertain you

Wie wärs zu Weihnachten mit einem Wohnzimmer-PC? Als heimische Medienzentrale verdrängt er Videorecorder, Satelliten-Receiver und DVD-Player aus der Schrankwand und bietet noch viel mehr: MP3-Server mit Streaming-Funktion, zentrales Digitalfoto-Archiv, Internetzugang für Web-Radio, Online-Video, Voice-over-IP, Video-Chat, E-Mail und Browser. Das Multimedia-Vergnügen erscheint in feiner Bildqualität auf dem digitalen LC-Flachmann oder der Beamer-Leinwand. Für die Fernbedienung vom Sofa aus gibt es optimierte Bedienoberflächen für Linux und Windows. Microsoft selbst liefert mit Windows XP Media Center Edition - kurz Windows MCE - seit zwei Jahren ein gelungenes Paket.

Die Windows-Company will die Wohnzimmer erobern und erklärt den PC-Herstellern ganz genau, worauf es dabei ankommt: simple, durchdachte Bedienung per Fernsteuerung. Sauberer Hardware-Aufbau für leisen und zuverlässigen Betrieb. Alle nötigen Schnittstellen, um das System ohne Adapter mit dem heimischen HiFi-Equipment zu verbinden. Schließlich konkurriert die PC-Technik mit schicken, reibungslos funktionierenden und dazu noch halb so teuren A/V-Geräten.

Die Redmonder Erkenntnisse sind nicht einmal neu: Scart-Anschluss und Funkfernbedienung mit unsichtbar eingebautem Empfänger sind beim Aldi-PC seit Jahren Standard. Leider eignet sich der Bolide nicht wirklich fürs Wohnzimmer, aber mittlerweile sollten sich ja attraktivere Alternativen in den Läden finden lassen.

Doch viele Media-Center-PCs entpuppen sich als klobige Kästen mit angepapptem MCE-Etikett. Und bei den schicken und schlanken Systemen trennt erst ein scharfer Blick die Spreu vom Weizen: Neben guten Gesamtlösungen gibt es verblüffend viele zusammengestoppelte Kisten mit unausgegorener Konfiguration (siehe Seite 112).

Grundsätzlich sind die Media-PCs auf dem richtigen Weg und in puncto Funktionsfülle, Universalität und günstiger Erweiterbarkeit den Consumergeräten weit voraus. Doch Detailmängel, die im Wesentlichen auf das Ignorieren von Spezifikationen zurückgehen, lassen sich nicht damit entschuldigen, dass es auch bei moderner Unterhaltungselektronik gelegentlich Abstürze, konfuse Bedienkonzepte und missglückte Funktionen gibt.

Man ist geneigt, einen PISA-Test für Ingenieure zu fordern, denn anscheinend hapert es schon beim Leseverständnis: Die Microsoft-Richtlinien warnen nämlich explizit vor genau jenen Patzern, die uns bei zu vielen Testkandidaten stören. Microsoft empfiehlt sogar unentwegt, die Produkte ausführlich zu testen - auch diesem Rat schließen wir uns an. Aber ist es nicht alarmierend, dass Microsoft eine solche Selbstverständlichkeit so betont?

Christof Windeck

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