So here we go...
1. Display-Arten
Vorab: Wenn ich hier von LCDs spreche, meine ich eigentlich VFDs, LCDs sind Displays, die mit Flüssigkeiten arbeiten, wie z.B. in Taschenrechnern. VFDs arbeiten mit phosphorbezogenen Glasschichten und sind blickwinkelunabhängiger und reaktionsschneller als LCDs... und teurer
Aber wenn ich hier was von VFDs schreibe, weiß keiner was damit gemeint ist... Es geht also einfach um Displays
Grundsätzlich sind zunächst Character-Displays von Grafik-Dislpays zu unterscheiden. Bei den Character-LCDs handelt es sich um reine Text-LCDs die auch als cLCD bezeichnet werden, grafische Displays tragen sinnvollerweise auch die Bezeichnung gLCD.
Hier einmal zur Verdeutlichg zwei Bilder zu den LCD-Typen:

(M)ein Character-VFD

Ein Graifik-VFD
Während sich die cLCDs systembedingt auf die Ausgabe von Informationen in reiner Textform beschränken, bestehen bei gLCDs natürlich viel bessere Möglichkeiten zur optisch ansprechenden Aufbereitung der Daten.
Da ich selber jedoch noch nie mit gLCDs zu tun hatte, beschränke ich mich in meinem Leitfaden auf die cLCDs. Solche LCDs sind im übrigen schon für ca. 7,- € zu erstehen, z.B. bei Pollin.
Einbau
Wie ihr euer LCD im Gehäuse unterbringt, bleibt euch überlassen. Es gibt teilweise fertige Displays für den Einbau in einen 5 1/4-Zoll Schacht, ich habe auch schon Fotos gesehen, auf dem in Radiowecker eingebaute Displays zu sehen waren
Ich habe mir für mein MCE das Gehäuse LC03V von Silverstone gegönnt, in das bereits ein 2 x 16 Zeichen cLCD integriert ist (siehe auch hier).
Treiberinstallation Parallelport
Viele cLCDs werden über den Parallelport angeschlossen. In meinem Fall wird das Kabel vom Display über eine Slotblende hinten rausgeführt und dann an den Parallelport angeschlossen, das sieht dann so aus:

Es gibt auch Displays, die über den seriellen Port pder per USB Anschluss an den Rechner finden.
Um das am Parallelport angeschlossene Display in Betrieb nehmen zu können, benötigt ihr zunächst einen Porttreiber, ist für alle cLCDs der gleiche und nennt sich "port95nt". Dieser Treiber kann kostenlos heruntergeladen werden, z.B. hier. Dieser Treiber wird unabhängig von der eingesetzten Software benötigt!
Nach der Installation ist ein Neusstart fällig und nun ist das Display hardwareseitig ins System eingebunden.
Bios-Einstellungen
Um das LCD am Parallelport nutzen zu können müssen zudem die Bios-Einstellungen stimmen. Im Normalfall sollte "ECP" bzw. "ECP+EPP" und die Speicheradresse "378" eingetragen sein. Wenn es damit nicht funktioniert, einfach mal etwas rumtüfteln, so viele Möglichkeiten gibt es da nicht.
LCD-Software
Bei der Suche nach der richtigen (freeware-)Software habe ich einige Haare verloren... Ich habe das Problem, dass mein Display von einem "NEC D16314AGJ"-Chip gesteuert wird, der offensichtlich nicht komplett "HD44780-kompatibel" ist. Darauf solltet ihr beim Kauf eines Displays unbedingt achten, denn auf diesem Standard beruht derzeit quasi jede Software.
Derzeitiger Stand (im Bezug auf das Display im Silverstone LC03V) ist folgender:
- STLCD läuft problemlos und da ich dort im Forum mal etwas nachgebohrt habe, schaltet es sich jetzt sogar im Standby-Modus aus und erweckt wieder zum Leben beim Aufwachen des PCs (Diese Funktion hat der Programmierer auf meine Nachfrage hin programmiert
). Diese Software ist von den möglichen Variabeln, die auf dem Display ausgegeben werden können allerdings eher spartanisch im Vergleich zu anderer Software, nutzt dafür allerdings auch nur minimale Systemressourcen. - jaLCDs ist die am weitesten verbreitete Software zur Ansteuerung von cLCDs. Es bietet eine Unmenge an möglichen Variabeln und bleibt im Bezug auf die Systembelastung ebenfalls im grünen Bereich. Die aktuelle Version 3.20 lief mit meinem Display allerdings nicht. Bei der ersten Aktualisierung brach die Darstellung zusammen. Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass v3.02 stabil läuft, sich aber scheinbar im Standby nicht ausschaltet und so die alten Werte auf dem Display stehenbleiben. Da bin ich noch am testen.
- Weitere Software (LCD-Smartie, LCDHype, LCDStudio, etc.) habe ich mir nicht mehr genauer angesehen, zumal die beiden genannten das KO-Kriterium "geringe Systembelastung" nach meinem derzeitigen Kenntnisstand am besten beherschen.
Dann kann man die aufeinanderfolgenden Screens konfigurieren. Und hier kommt "Butter bei die Fische"...
Man kann Daten wie Datum & Uhrzeit, freier Speicherplatz auf den Festplatten, Auslastung und Taktung der CPU, verfügbarer Arbeitsspeicher, UpTime, eMail-Eingänge, WinAmp-Informationen, Newsticker und etliches mehr ausgeben lassen, in Verbindung mit Temperaturüberwachungstools (z.B. Motherboard-Monitor) kann man auch CPU- und Gehäusetemperatur anzeigen lassen.
Das ganze ist sehr fein konfigurierbar, in den diversen Foren werden auch die screens anderer User zur Verfügung gestellt. Hier ist der Kreativität keine Grenzen gesetzt.
Fazit
Meine Meinung zu solchen Displays ist eindeutig: Echter Mehrwert gerade für ein MCE-System, in dem man ja selten Werte wie freien Festplattenplatz oder ähnliches zu Gesicht bekommt und wo die CPU-Temperatur zugunsten einer geringereren Geräuschkulisse mal etwas höher sein kann. Zudem wertet es das ganze auch noch optisch auf und lässt kreativen Köpfen beim Einbau und der Konfiguration freie Hand.
Dass soll es dann soweit zunächst gewesen sein, wenn ihr weitergehende Fragen habt, stehe ich gerne mit Rat und Tat zur Seite, soweit meine Kenntnisse das zulassen.
Detaillierte technische Hintergrundinformationen zu cLC-Displays können Interessierte hier nachlesen.
Für Chrsytalfontz-Displays gibt es bereits ein MCE-Plugin, vielleicht auch noch für den einen oder anderen von Interesse.
Gruß
Maik
Bearbeitet von maik76, 25 Januar 2005 - 08:59 .


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